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Städtisches Archäologisches Museum in Cavaion

Behaglich, ordentlich, verwendbar, relational. Wenn das Kleine mit dem Wichtigen übereinstimmt, stößt man unweigerlich auf das Städtische Archäologische Museum von Cavaion, einer unter dem Monte S. Michele alla Bastia, im Binnenland des Gardaseegebiets liegende Gemeinde in der Provinz von Verona. In der Nacht erstrahlt es wie eine zeitlose Weihnachtskrippe, wie die Aussicht auf den See, die man von der Valsorda-Fahne in der Ortschaft Ceriel hat.

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Ort und Persönlichkeiten 

Das Museum be ndet sich im Kellergeschoss des Rathauses: ein einziges Gebäude, ein einziger Standort für die Verwaltung und Hervorhebung des Gebiets. Ein gutes Zeichen, I CARE.
Bei der Besichtigung gibt es zwei Sonderführer: der mit den Ortsgeschehnissen unlösbar verbundene Ehreninspektor der Soprintendenza archeologica, cavaliere Mario Parolotti: Ihm sind die Entdeckungen und Meldungen der Ausgrabungsstätten zu verdanken, aus denen die Funde stammen. Und die junge Facharchäologin Chiara Reggio. Zwei Ausbildungen und zwei unterschiedliche Generationen, die die Leidenschaft für die Archäologie verbindet. Konservatorin ist Frau Dr. Alessandra Aspes, eine bekannte Gelehrte der Vorgeschichte.

Alles begann 1980 mit der Entdeckung einer Siedlung aus der alten und mittleren Bronzezeit (Ende des dritten, Anfang des zweiten Jahrtausends v.Ch.) am kleinen See Cà Nova; die Fundstücke bilden das erste Kernstück des zehn Jahre später eröffneten Museums, das die genauso wertvollen Reste einer römischen Nekropole sowie weiterer Siedlungen von Cavaion und den angrenzenden Gebieten verwahrt.

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Atmosphäre und Details

Die Ausstattung wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums erneuert.  Der auf das Verständnis und die Didaktik ausgerichtete Eingangs- bereich ist der Umwelt und der archäologischen Forschung gewid- met. Hier be ndet sich eines der interessantesten Stücke des Museums: die römische Stele von Castagnar, ein Topos der Reise des Verstorbenen in einem breiträdrigen Wagen mit einem Jungen in Tunika.

Der erste Saal enthüllt das Leben des vorgeschichtlichen Dorfs, das am Rande des kleinen Moränensees Cà Nova lag und eine Blütezeit von etwa zweihundert Jahren erlebte. Die Tonherstellung beweist mit den vielen bewundernswerten Vasen, wie wichtig im Alltag die Keramik war. Der Anblick der rätselhaften Tafeln führt den Besucher weit weg: Die Archäologin erklärt: „Es ist eine re- gelrechte, europaweit formalisierte Sprache, vielleicht ein System bestehend aus Erkennungszeichen“.

Dass man hier Handel trieb, zeigt sich auch daran, dass man aus der Ostsee stammenden Bernstein sowie Bronze, Kupferlegierung und Zinn aus den Alpen und Mitteleuropa fand. Eine kreuzförmige Scherbe sollte man näher begutachten: Es zeigt die sich im Was- ser widerspiegelnden Hütten!

Die Funde erklären jede Tätigkeit im Dorf: Zum Beispiel wie man aß und trank. Man fand Gegenstän- de zum Kochen und Aufbewahren, die nach dem Ehreninspektor mit weißem, gemahlenem und mit Wasser vermengtem Stein des Monte Moscal, „dekoriert“ wurden. Und man schmückte sich mit Bernsteinperlen, Armreifen und Ohrringen. Man bestellte den Akkerboden und ging auf die Jagd: Mario Parolotti hat einen möglichen Sichelgriff mit Kieselsteinelementen nachgebildet. Man spann, webte, kochte. Zu sehen sind wunderschöne Glasmanufakturen, darunter eine Flasche aus geblasenem, opalenem bis grünlich schimmerndem Glas mit mattierter Ober äche. Andere Fundstücke stammen aus S. Andrea d’Incaf (Monte Moscal) und Monte delle Bionde.
Sehr effektvoll ist der Saal der Nekropole Bossema (3.-4. Jh. n.Ch.) mit den Beisetzungen nach doppeltem Ritus.

Was die Einäscherung anbelangt, sind verbrannte Knochen und die Leichenausstattung mit kleinen Keramikvasen, Balsamarien und Bronzemünzen zu sehen. Und hinsichtlich der Bestattung gibt es das zwischen den Grabwänden liegende intakte Skelett, während die Grabnischen mit Glastöpfchen verziert sind. Und dann: die Villa rustica in der Ortschaft Le Fontane, die Münzen von La Prà, das wahrscheinliche Steinhaus in Monte delle Bionde, der Armreif aus Gagat, auch Schwarzer Bernstein genannt...
Aus der Besichtigung wird ersichtlich, dass das Museum von Cavaion kein zweitrangiges Museum ist. Es hat eine sehr starke Bindung zum Gebiet und weist eine essentielle, erklärende und emblematische Dimension von antiken Zeugnissen in einem archäologisch und geschichtlich sehr interessanten Territorium auf. Es ist und unterscheidet sich vom Gebiet rund um den See, vom Monte Baldo und vom Etschtal.

Besichtigungen und Öffnungszeiten

Das Museum wurde 1990 dank der Zusammenarbeit zwischen der Soprintendenza Archeologica del Veneto, dem Städtischen Museum für Naturgeschichte von Verona und der Gemeinde Cavaion eröffnet und steht unter der Leitung des Archäologischen Verbands von Cavaion. Es ist sonntags von 9 bis 12 Uhr geöff- net. Für die Buchung anderer Besichtigungen ist das Museum unter der E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Öffnungszeiten im Sommer: von Dienstag bis Sonntag. Tel. +39 045 7236127 www.comunecavaion.it

Text: Claudia Farina - Foto: Comune Cavaion Archive, Claudia Farina - GardAMore

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