Beiträge zu Peschiera

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Peschiera und die Fischerei

Fische im Überfluss, zahlreiche Fischer, verschiedene Arten von Booten, Feste, Gedenktage und allerlei Persönlichkeiten.

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In Peschiera del Garda war die Fischerei eine wirtschaftliche Tätigkeit, Grundnahrung und Lebensstil bis nach dem Zweiten Weltkrieg. und aus dem Fischreichtum seiner Gewässer stammt der Name Piscaria ab, durch den die Langobarden den römischen Ortsnamen Arilica ersetzten.
Heute verwahrt das Museum für Fischerei und lokale Traditionen, Radetzky-Saal der Artilleriekaserne von Porta Verona, die materielle Kultur und Erinnerung daran. Für den Besucher gibt es drei Leitlinien: Bilder, Gegenstände und Zimelien; die leidenschaftlichen Erzählungen von Rolando Righetti, Giordano Turina und Enza Lonardi des Vereins Amici del Gondolin; das äußerst interessante Buch des Autors Gianluigi Miele Il pesce, la festa e la penitenza (zu Dt.: Fisch, Fest und Reue), Verlag Cierre. Nachstehend ein emblematisches Kapitel über die Bedeutung von peschiera in der Fischwirtschaft, die darauf zurückzuführen ist, dass es zugleich am See und an einem Fluss liegt, und zwar an der Stelle, an der der Fluss Mincio aus dem Gardasee strömt.

Das Werk der Brüder Lugo

„Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und in den darauffolgenden Jahrzehnten gab es in Peschiera ein Werk, das als Brutanlage und zudem auch als Sammel- und Aufbewahrungsort für den zum Verkauf stehenden Fisch diente. Das Werk befand sich an der Flussmündung des Mincio, so dass die Wannen, in denen der von den Fischern täglich gelieferte Fisch schwamm, konstant mit dem frischen Flusswasser versorgt wurden, das für das Überleben der Forellen unabdingbar ist.

Die wichtigste Eigenschaft der Anlage, an die sich noch heute die älteren Bewohner von Arilica erinnern, war die Eismaschine, die Eis produzierte und damals wahrscheinlich am Gardasee einzigartig war... Der erste markt war Mailand, doch der Gardasee-fisch konnte auch Frankreich, Österreich und die Schweiz erreichen...“, welche Absatzmärkte für wertvolleren Fisch waren wie Forellen, Aale und die typischen Gardasee Forellen. „Alborellen, Sardinen, Schleien und Karpfen wurden dagegen auf dem markt in Verona, Peschiera oder in angrenzenden Ortschaften verkauft“.

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Wunderdinge

Regelrechte Kultgegenstände sind gleich am Museums Eingang die kleine Gondel Gondolino Gardesano (überarbeitet) und das Boot Anguilara aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, das 2007 aus der Wassertiefe unterhalb der Voltoni-Brücke geborgen wurde. Es folgen eine Jole, ein typisches Ruderboot vom Comer See, einst auf den Regatten zwischen den Stadtgemeinden am Gardasee eingesetzt, eine kleine torbetta, die trotz der Form an und für sich kein richtiges Boot, sondern eine Art Fischfangbehälter ist, der von den Fischern in die Wassertiefe hinuntergelassen wurde, sobald er voll war, damit die Fische am leben blieben und dann bei Bedarf oder für den Verkauf wieder hochgeholt wurde. Verlässt man die Galerie, gelangt man in den ersten der acht museumsräume, in dem sich an einer Seite gelehnt eine alte Spingarda mit Tretantrieb befindet: Dieses Tretboot wurde auf dem Gardasee während der Jagd nach Wasserhühnern und Gänsevögeln vor Peschiera eingesetzt.

Eine Reihe von Formen verzieren das Boot; diese wurden von den Fischern als Lockmittel eingesetzt, um die Vögel zu täuschen und sie in Gewehrschussweite zu bringen.
Vom Raum der spingarda geht es zum Saal der Motoren und Teile für Schiffsmechanik mit einer Reihe alter, jedoch einwandfrei funktionierender Außenbordmotoren. und dann die Räume mit der Fischfangausrüstung, mit Szenen an den Wänden, die aus dem Buch „i Pescatori del Garda“ (zu Dt. Die Gardasee Fischer) von Giorgio Vedovelli stammen und von Piero Basso angefertigt wurden. Natürlich gibt es auch den Raum der Calafatari, der alten Zimmermeister, die für den Bau und die Wartung der Boote – oftmals am Seeufer – zuständig waren.

Es gibt zauberhafte Bilder von Peschiera von einst, darunter die Fotos von Rosella Orlandi – die letzte und vielleicht einzige Fischerin, die heute noch ihrem Beruf nachgeht. Der Besuch endet mit den besten grüßen des Vereins Amici del Gondolin vor der moderne: das Sandolin, ein mit dem heutigen Kajak verwandtes Boot, komplett aus Holz, und ein typisches Kielboot canotto da lago, das noch heute von den Fischern am gardasee zum Einsatz kommt.

text: Claudia Farina / photos: Bams, Fishing Museum Archive

Öffnungszeiten
Das Museum ist am Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10:00 bis 12:30 und 16:00 bis 18:00 geöffnet, Juli und August bis 22:00 Uhr

Eintrittspreise
Eintritt Kostenlos

Führungen sind buchbar unter:

Tel. Rolando +39 338 2734508, Giordano +39 348 3157964

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.amicidelgondolin.it

 

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